Sitkovetsky Piano Trio

Alexander Sitkovetsky Violin

Wu Qian Piano

Richard Harwood Cello

Reviews

Frankfurt Neue Presse 9th May 2010

In der Musik findet die Trauer Trost

Ein elegischer Grundzug bestimmte das Konzert des «Sitkovetsky Trios» im Mozart-Saal der Alten Oper Frankfurt.

Sowohl Peter Tschaikowsky als auch Friedrich Smetana verarbeiteten den Tod ihnen nahestehender Menschen musikalisch. Der eine trauerte um einen langjährigen Freund und Förderer, der andere um seine noch nicht einmal fünf Jahre alte Tochter.

Im ausladenden Klaviertrio a-moll opus 50 verlangt Tschaikowsky seinen Interpreten viel Gestaltungsfähigkeit und Durchhaltevermögen ab. Beides bewies das junge Klaviertrio mit Namensgeber Alexander Sitkovetsky (Violine) sowie Leonard Elschenbroich (Violoncello) und Wu Qian (Klavier).

Eng miteinander verzahnt und klanglich ausgewogen, boten die Drei nicht nur eine handwerklich saubere Darstellung der Partitur. Auch die emotionalen Aspekte vor allem des vielfach variierten Themas im zweiten Abschnitt kamen differenziert zur Geltung. Engagement und innere Beteiligung der Musiker teilten sich mit. Ebenso bei Smetanas erstem Klaviertrio g-moll opus 15. Hier war der Kontrast zwischen Trauer und Trost im Kopfsatz ausdrucksvoll plastisch herausgearbeitet, angemessen lebendig, nicht dröge oder sauertöpfisch. Die Steigerungen gelangen mit zwingender Kraft und Energie.

Mit musikantischem Schwung ging das Ensemble Haydns Klaviertrio G-Dur (Hob. XV: 25), bekannt als «Zigeunertrio», an. Mitreißend gelang das quirlige ungarisch gefärbte Rondo-Finale, bei dem die Musiker die Grenzen dessen auszuloten schienen, was sich in raschem Tempo darstellen lässt. Die Zugabe – der langsame Satz aus Felix Mendelssohns erstem Klaviertrio d-moll opus 49 – rundete als empfindsames «Lied ohne Worte» den positiven Eindruck des Abends ab.

Frankfurter Allgemeine 8th May 2010

Leiden und Erleiden, Das Sitkovetsky-Trio in der Alten Oper Frankfurt

Mit dem sogenannten "Zigeunertrio", Haydns Klaviertrio G-Dur Hob. XV:25, wagte sich das junge Sitkovetsky-Trio gleich zu Beginn seines Debüts in der Kammermusikreihe der Frankfurter Museumsgesellschaft an einen der populärsten Beiträge der Gattung überhaupt. Filigran, sauber balanciert, im finalen "Rondo all'ongarese" mit musikantischem Impetus, aber nicht zu schroff setzten der russische Violinist Alexander Sitkovetsky, der aus Frankfurt stammende Cellist Leonard Elschenbroich und die chinesische Pianistin Wu Qian, die sich durch ihr Studium an der Londoner Yehudi Menuhin School kennenlernten, das populäre Werk im Mozart-Saal der Alten Oper sehr überzeugend um. Der Ort ist ihnen im Übrigen angenehm vertraut: Vor zwei Jahren wurden sie hier beim Internationalen Kammermusikwettbewerb der Commerzbank mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

Hier entfaltete das mit Recht häufig gespielte Werk, das Smetana unter dem Eindruck des frühen Todes seiner kleinen Tochter 1855 schrieb, zwischen glücklichen Erinnerungen und heftigem Aufbegehren seine volle Ausdruckskraft. Die so eigenartig berückende Mischung aus Charme und Pathos - durchaus im Wortsinne von Leiden oder Erleiden - traf das Sitkovetsky-Trio ebenso im Finale.

Mit Tschaikowskys Klaviertrio a-Moll op. 50 hatte sich das junge Ensemble noch einen wahren Koloss vorgenommen. Denn das 1881/82 im Andenken an den Freund Nikolaj Rubinstein ("à la mémoire d'un grand artiste") entstandene Werk fordert über die rein technischen Schwierigkeiten hinaus die ganze dramaturgische Gestaltungskraft der Interpreten. Allzu leicht kann es in seiner Überfülle der Variationen ermüden, im elegischen Dauerton erdrücken oder in seiner Kleinteiligkeit zerfallen. Dem wirkte das Sitkovetsky-Trio mit einem immer wieder auffallend flexiblen, die sehr unterschiedlichen Charaktere der Abschnitte schärfenden Vortrag gekonnt entgegen. Die sangliche Zugabe war der langsame Satz aus Mendelssohns Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49.

Guido Holze

New Walk Museum, Leicester 21st January 2010

Popular in its time and full of melody, Mendelssohn’s Piano Trio No.1 in D minor begins with a forward moving Molto Allegro. It was played with plenty of expression which lifted the melodies far beyond mere notes.

The Andante flowed gracefully with a moving intensity, the Scherzo had a wonderful lightness, while the rhythmic Allegro Finale was wonderfully driven.

The trio: Alexander Sitkovetsky (violin), Leonard Elschenbroich (cello) and Wu Qian (piano), combine into a wonderfully rich whole whose brilliant interpretational skills really grab an audience. Qian’s piano playing had an effervescent lightness, but was never underdone.

Smetana’s Piano Trio in G minor was composed in the wake of personal tragedy. The sting of death is immediately apparent in the opening bars, yet there are moments of light, of hope and feverish activity which rise from the despair. Not the easiest of pieces to listen to, yet all of this was superbly conveyed by the talented trio. The energy of the final movement was almost overwhelming.

These lunchtime concerts at the New Walk Museum never fail to impress and almost invariably command a full house. The Leicester International Music Festival under Artistic Director Nicholas Daniel are to be congratulated on the fine quality of musicians that they bring to Leicester audiences.

by Peter Collett